Sehenswürdigkeiten
in der Gemeinde Denkendorf

Meierhofhaus
Denkendorf

Das Herzstück der Meierhofstraße ist das gleichnamige Meierhofhaus. Es ist derzeit im Eigentum der Gemeinde Denkendorf, ist ein erdgeschossiger, breitgelagerter Bau mit Kalkplattendach und reichem Fachwerkgiebel.

Es wurde vermutlich im 18. Jahrhundert erbaut.  Die erste Eintragung im Nürnberger Staatsarchiv ist von 1935, die Gemeinde Denkendorf erwarb das Meierhofhaus im Jahre 1910. Derzeit ist im Erdgeschoss eine Kindertagespflege untergebracht.

Freundschaftsdenkmal
Denkendorf

Bereits im Jahre 1980 gelang es der Gemeinde Denkendorf, den sogenannten „Eisernen Vorhang zu durchdringen. Für damalige Verhältnisse ein unglaublicher Vorgang, der nur durch die unermüdlichen Aktivitäten des Denkendorfer Arztes Christian Holtz zustande kam.

Damals reisten ca. 80 Denkendorfer, darunter auch Bürgermeister Alfons Weber und Pfarrer Distler, sowie die Denkendorfer Blaskapelle, nach Moskau. Bereits ein Jahr später statteten die Moskauer einen Gegenbesuch ab.
Von diesem Zeitpunkt an wurden die gegenseitigen Beziehungen intensiviert. Von einigen Kritikern wurden die Denkendorfer daraufhin satirisch belächelt und als Träumer abgestempelt.

Am 09.August 1986 unterzeichneten der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksrates Krasnja Presnja, Alexander Uschakow, und der Denkendorfer Bürgermeister Alfons Weber im Denkendorfer Rathaus einen Freundschaftsvertrag. Plötzlich genoss die Verbindung die respektvolle Anerkennung in den Medien.

Ein weiterer Meilenstein in den Beziehungen war die Enthüllung eines Freundschaftsdenkmals in Denkendorf als Symbol der Freundschaft,

der Verständigung und des gegenseitigen Respekts. Es zeigt ein Russenmädchen und einen bayerischen Buben.

Am 26.Juli 1993 wurde dann der Traum der Denkendorfer wahr: Der Nobelpreisträger und frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow und seine Frau Raissa besuchten Denkendorf. Anlass war die Enthüllung eines Denkmals, das Michail Gorbatschow und Franz-Josef Strauß, der 1987 die Schirmherrschaft über die bayerisch-russische Verbindung übernahm, zeigt.

Durch gegenseitige Besuche wird diese Freundschaft unentwegt weitergepflegt. Seit dem Jahr 2005 besteht außerdem ein Schüleraustausch der Grund- und Hauptschule Denkendorf mit der Schule 1240 in Presnja.

Eine Kopie unseres Freundschaftsdenkmals wurde am 17. Juli 1999 vor dem Rathaus in Krasnaja Presnja aufgestellt. Die Denkendorfer Blasmusik umrahmte die Bayerischen Wirtschaftstage in Moskau musikalisch und zu Beginn des ersten großen Bierfests der Stadt Moskau enthüllte Staatsminister Dr. Otto Wiesheu das dortige Freundschaftsdenkmal. Auf der Bronzetafel stehen in deutscher und russischer Sprache: FREUNDSCHAFT.

Wo ist „Hans“?

Im Dezember 2018 wurde unser bayerischer Bub „Hans“ von Unbekannten entwendet. Er wurde schmerzlich vermisst und viele Denkendorfer Gemeindebürger waren traurig, als „Hans“ seiner „Natascha“ entrissen wurde. Schnell war klar, dass Hans wiederbeschafft werden muss.

Der Partnerschaftsbeauftragte Christian Holtz bekam offiziell vom Gemeinderat den Auftrag, nach Moskau zu fliegen und die Wiederbeschaffung zu organisieren. Er verhandelte mit dem Sohn des Künstlers Rjabitschew. Von der Moskauer Kopie des Denkendorfer Freundschaftsdenkmals wurde abermals eine Kopie genommen. Die Rückkehr des bayerischen Buben Hans wurde nicht nur von Gemeindebürgern begeistert wahrgenommen. Schon beim Aufstellen und Verankern kamen zahlreiche Interessierte und erkundigten sich.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde Hans von Schirmherrin Eva Gottstein, MdL, enthüllt. Grußworte sprachen neben der Schirmherrin Landrat Anton Knapp, Bezirksrat Reinhard Eichiner und Christian Holtz. Die Freunde aus Moskau sandten Grüße über Elena Trifonova, die bei der feierlichen Enthüllung verlesen wurden.

Deutsch-Russisches Freundschaftsdenkmal, Russenmädchen und bayerischer Bub, Künstler: Dimitri Ryabitchev

Schloss
Schönbrunn

Der stattliche dreigeschossige Walmdachbau mit einem Uhrentürmchen als Dachreiter wird von einem bereits im Mittelalter angelegten Weiher an drei Seiten umgeben. Neben Stallgebäuden mit Gewölben gehören zum Schloss ein mächtiges ehemaliges Bräuhaus und ein 14 Meter hoher spätbarocker Wasserturm mit einer Pumpe (Ochsentretanlage).

Das Schloss Schönbrunn (bis 1875 „Prunn“ genannt) entwickelte sich aus einem Adelssitz, dessen Besitzer mit Kunz Zantner zu Prunn 1451 erstmals genannt wird; möglicherweise gründeten die Zantner Schloss Schönbrunn als Ersatz für ihren zerstörten Stammsitz im nahegelegenen Zandt.

Beim Ankauf von Arnsberg 1475 trat das Hochstift Eichstätt, das bisher Lehensherr über Schönbrunn war, den Ort an das Herzogtum Bayern-Landshut ab. Die Eigentümer des seit 1560 als Hofmark ausgewiesenen Gutes wechselten häufig. Die zwischen 1595 und 1649 als Besitzer der Hofmark genannte Familie Han zu Prunn und Zandt musste die Zerstörung des Adelssitzes im Dreißigjährigen Krieg erleben.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde das Schloss in seiner heutigen Gestalt wieder aufgebaut. 1817 kaufte Eugène de Beauharnais, Herzog von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt, den Besitz für die alljährlichen Jagden im Köschinger Forst. Die Leuchtenbergs ließen wohl durch Leo von Klenze das klassizistische Bräuhaus errichten. Bis 1852 war Schönbrunn Jagdschloss der Leuchtenbergs, dann kaufte es Johann Georg von Löwel, Kgl. Bayerischer Rat und Landrichter von Kulmbach. 1900 ging der Besitz an seinen Enkel, Eugen Freiherr von Seefried auf Buttenheim und 1945 auf dessen Tochter Elisabeth Gräfin von der Schulenburg über. Derzeitiger Besitzer des Schlosses ist deren Sohn Maximilian Graf von der Schulenburg.

Das Schloss befindet sich in Privatbesitz.

Limesbuche
Gelbelsee

Unweit des Limeswanderweges, gleich neben dem Limes, im Ortsteil Gelbelsee steht die Limesbuche. Das Alter wird auf 350 bis 500 Jahre geschätzt. Die Krone der Buche hat einen Durchmesser von über 34 m, daraus ergibt sich ein Umfang von über 106 m und eine überdeckte Fläche von ca. 1.050 m².

Der Durchmesser des Stammes beträgt 2,20 Meter und der Stammumfang 6,90 Meter. In unmittelbarer Umgebung finden sich weitere uralte Bäume. Außerdem lädt an der Limesbuche eine kleine Sitzgruppe bei herrlicher Aussicht zur Rast ein. Eine Schautafel gibt Informationen über das Grundstück und die Bäume.

Limesgedenkstein
bei Denkendorf

Der unter König Maximilian II. 1861 errichtete Limes-Gedenkstein

Durch das Gemeindegebiet von Denkendorf verläuft der Limes, die einstige Grenze zwischen der römischen Provinz Raetien und dem freien Germanien; Spuren dieser Grenzmauer sind in den Gemarkungen Gelbelsee, Denkendorf und Zandt und im Gelände noch zu erkennen. An den Limes erinnert im Gemeindewappen die stilisierte Abbildung, der vom bayerischen König Max II. in Denkendorf errichteten Römergedenksäule (sog. Maxlstein). Die Figur der vierblättrigen Ranke stammt aus dem Wappen des eingesessenen Edelgeschlechts der Herren von Zandt, die von 1245 bis 1519 mehrfach erwähnt werden, z. B. 1306 und 1347 als Inhaber des Zandter Burglehens und 1451 und 1485 als Besitzer von Schönbrunn. Die Feldfarben Silber und Rot knüpfen an das Eichstätter Hochstiftswappen an, da das Hochstift bis zur Säkularisation (1803) die Landeshoheit über den größten Teil des heutigen Gemeindegebietes innehatte.

(Quelle: Regina Reitzer)

Zwei Texte sind identisch mit den anderen bis Titting
folgenden Gedenksteinen. Sie lauten: „Gedenkstein Landmarkung zwischen dem einstigen Reiche der Römer und der Germanen. Anfang am Haderfleck zwischen Hienheim und Weltenburg. Westliche Hauptrichtung durch Baÿern und Würtenberg bis zu Rems und Lorch, sodann nordwestlich an den Main und Rhein.“ und weiter:

„Der Pfahlrain – limes Danubianus Vallum Hadriani, auch Probi später die Teufelsmauer genannt – unter Kaiser Hadrianus angelegt und unter Probus noch mehr befestigt.“

Mehr auf den Ort bezogen ist der dritte Text: „Der Pfahlrain zieht von der Donau über Altmannstein, die Landshuter-Beilngrieser Staatsstraße bei Sandersdorf überschreitend über Zandt hier vorüber nach Kiepfenberg“

Im Gewerbegebiet läßt sich vom Limes nur seine Richtung am Verlauf der Straße nachvollziehen. Erst im nahen Wäldchen südöstlich beginnen die Spuren des Limes als Steinwall und, in 300 Meter Entfernung, mit der Turmstelle Wp. 15/11 sichtbar zu
werden.

(Quelle Text: LimesGemeinden im Altmühltal-Jura)

Limeskreisel
Denkendorf

Der Limes der Gemeinde

Fluch und Segen, denn so erhebend es ist, ein Denkmal von solch überörtlicher Bedeutung in einer Gemeinde zu beheimatet zu haben, so sehr behindert auch das Denkmal die Entwicklung einer Gemeinde. Die Gemeinde Denkendorf schafft es, Denkmal und Entwicklung in Einklang zu bringen. Ein sichtbares Zeichen des Limes ist der Limes-Kreisel, an den die Ortschaft Denkendorf sowie die Gewebegebiete an der Römersäule I und II, sowie Am Limes I und II angeschlossen sind. Und diesen Limes-Kreisel, den stellen wir jetzt in den Focus.

Im Rahmen des Wettbewerbs KUNSTamBANDamLIMES wurde in Denkendorf das Unesco-Welterbe Limes sichtbar gemacht. Der Limes-Kreisel wurde im Jahr 2015 gebaut und dieser verweist auf den Limes.  Durch die Gemeinde Denkendorf zieht sich der Limes auf 7,2 Kilometern (von Gelbelsee über Denkendorf nach Zandt). Wo einst der Limes entlang lief, kreuzen sich heute im Limes-Kreisel mehrere Straßen.

Die geschichtliche Bedeutung des römischen Limes in Bayern erkannte bereits König Maximilian II. er ließ das steinerne Denkmal mit Inschrift um 1860 zur Kennzeichnung es Limes auch in Denkendorf errichten. Deutliche Spuren des Limes sind als Hecke, die parallel zum Wanderweg verläuft, sowie als Wall im sich anschließenden Gemeindewald zu erkennen. Eine Infotafel weist auf die im Wald markierte Turmstelle WP 15/11 hin.

Alter Pfarrhof
Dörndorf

Ein wunderschön malerisches Ensemble im Ortskern von Dörndorf bildet der Alte Pfarrhof. Er stellt eine Anlage aus Wohnhaus, Stadel mit Stall, Wirtschaftsgebäude, Hof und Obstarten dar. Während des dreißigjährigen Krieges wurde Dörndorf bei einem Brand verwüstet. Im Jahr 1708 wurde der Pfarrhof wieder aufgebaut – über 80 Jahre nach dessen Verwüstung. Das Wohnhaus ist ein stattliches, zweigeschossiges Jurahaus. Interessant ist die barocke Fachwerkscheune, die wohl im 19. Jahrhundert mit großformatigen Quadern massiv umgebaut wurde.

Seit die Pfarrei seit Dezember 1980 keinen eigenen Pfarrer mehr hat, steht das Pfarrhaus leer. Der Stadel wurde ab rund 2005 aufwendig von der Kirchengemeinde renoviert. In ihm finden während des Jahres diverse Veranstaltungen statt. Das Wirtschaftsgebäude, ebenfalls liebevoll renoviert, beherbergt den Jugendraum, der gemeinsam von Pfarrei und der Gemeinde Denkendorf betrieben wird.