Geschichte

Geschichte

Geschichtlicher Überblick



Schon vor ca. 2000 Jahren führte eine Straße von Manching nach Beilngries durch die Denkendorfer Gegend. Im 3. Jahrhundert erbauten die Römer den Limes und duldeten keine Siedlungen in der Nähe ihrer befestigten Grenze. Daher kann erst ab 950 mit der Besiedelung des Wassertales auf dem Hochjura gerechnet werden.

Ortsteil Denkendorf:

Eine urkundlich gesicherte Aussage über Denkendorf o. Denchendorf, d.h. das Dorf des Thanko kann man zwischen 1057 und 1075 nachweisen, als Bischof Gundekar II. die erste Kirche am Ort einweihte. 1703 errichteten die Denkendorfer einen stattlichen Kirchenneubau, welcher heute noch als Querschiff erhalten ist. In der Kirche kann man heute die neu renovierten Barock- u. Rokokoaltäre und viele wertvolle Schreinfiguren des ausgehenden Mittelalters besichtigen.

 

Seit mehr als 370 Jahren sind die Denkendorfer auf die Ausbildung und Erziehung der Jugend bedacht. Es wurden immer wieder Schulhäuser gebaut und erweitert. Die neue große Verbandschule wurde 1973 eingeweiht. Nach der Auflösung des Schulsprengels im Jahre 1992 ging diese auf die Gemeinde Denkendorf über. Die erneute Erweiterung der Schule wurde am 24. Juni 1994 eingeweiht.

 

Mit dem Bau der Autobahn 1938 wurde Denkendorf an ein überregionales Verkehrsnetz angeschlossen.

 

Nach der Gebietsreform 1971/72 wurden die Orte Dörndorf, Bitz, Zandt, Schönbrunn eingemeindet.

 

Als letzter Ort wurde Gelbelsee im Jahre 1978 durch Rechtsverordnung der Regierung von Oberbayern eingemeindet.

 

Die bedeutendste Persönlichkeit, die aus Denkendorf hervorging, war der Eichstätter Weihbischof Leonhard Haller, der 1499 o. 1500 in Denkendorf geboren wurde.

Ortsteil Zandt:

Die erste urkundliche Erwähnung von Zandt geht in das Jahr 1245 zurück. Damals soll ein adeliges Geschlecht seinen Sitz in Zandt gehabt haben. Diese ersten Erwähnungen von Zandt erfolgen stets im Zusammenhang mit den Rittern zu Zandt. Das Zandter Schloß, das Ritter Otto von Zandt gehörte, lag nördlich auf einer Felsenkuppe, Schloßberg genannt. Der Burggraben, der an der Nordseite zu erkennen war, wurde leider 1973 im Zuge von Kanalbauarbeiten zugeschüttet. Unbekannt blieb, warum das Geschlecht der Zandter im 15. Jahrhundert ihren Stammsitz aufgab und Schloß Prunn gründete.

 

Eine Kirche wird in Zandt erstmals im Jahre 1602 genannt. In der Zandter St. Leonhard Kirche sind spätgotische Holzfiguren, Seitenaltäre um 1670, eine barocke Kanzel aus der Zeit um 1680, sowie ein Kreuzweg aus dem Jahre 1767 zu besichtigen.

 

Im Köschinger Forst, unweit von Zandt, sind außerdem noch Überreste der Limesmauer vorhanden.

 

Im Herbst 2000 entdecken zwei Schüler aus Zandt auf einem Acker des „Bitzer Berges“ zahlreiche Topfscherben. Die Untersuchung ergab, dass die Scherben von einem mittelalterlichen Krug (vielleicht auch Bügelkanne) aus dem 13. – 14. Jahrhundert stammen. Solche Gefäße sind in unserem Gebiet sehr selten und meist aus herrschaftlichem Besitz bekannt. Nur reichere Leute konnten sich so etwas für die Vorratshaltung leisten. Vermutlich stammt es von den Besitzern der Zander Burg.

Ortsteil Dörndorf:

Dörndorf wurde 1130 erstmals urkundlich genannt. Dörndorf, im Mittelalter auch Torndorf (Dorf bei Dorngebüsch) genannt, ist eine uralte Pfarrei. Bereits im 12. Jahrhundert hatte Dörndorf eine Kirche, welche einige Male erweitert und renoviert wurde. Die Kirche weist als Ausstattung Schreinfiguren des spätgotischen Hochaltars auf. Die übrige Ausstattung ist spätgotisch und barock.

 

Flurnamen nach zu schließen, wurde früher in Dörndorf auch Tabak angebaut.

Ortsteil Bitz:

In einer Urkunde von 1212, in der geschrieben steht, daß die Kapelle St. Georg in Bitz, dem Schottenkloster Regensburg gehört, wird Bitz zum erstenmal urkundlich erwähnt. Die Kirche in Bitz, von der nach dem 30jährigen Krieg nur noch der Turm übrig war, wurde 1739 neu erbaut.

 

Bitz, das in abgewandelter Form soviel wie "Dorf am Weiher" heißt, verdankt seinen Namen vermutlich einem Dorfsee, welcher bei Kanalbauarbeiten im Jahre 1958 zugeschüttet wurde.

 

Ortsteil Gelbelsee:

Gelbelsee, in ältesten Urkunden auch Gouliubese, was soviel wie See des Gouliub (Einwohner) bedeutet, ist ein uraltes Siedlungsgebiet. Dies beweisen die ringsum in den Wäldern befindlichen Hügelgräber aus der Hallsteinzeit (1200 - 500 v. Chr.). Den Hallsteinleuten folgten die germanischen Stämme und bei der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert die Bajuwaren.

 

Bereits im Jahre 1057 wurde durch Bischof Gundekar die Kirche St. Hippolyt, welche mehrere Rokokoschöpfungen aufweist, geweiht.

Ortsteil Schönbrunn:

1305 wird "Prunne" erstmals urkundlich erwähnt. 1795 erfolgte die Umbenennung in Schönbrunn. Der Ort entwickelte sich aus einem Adelssitz, dessen Besitzer mit Kunz Zantner zu Prunn 1451 erstmals genannt wird. Es wird daher angenommen, daß die Zantner Schloss Schönbrunn als Ersatz für ihren zerstörten Stammsitz im nahegelegenen Zandt gründeten.

 

In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Eigentümer häufig. Nachdem das Schloss im 30-jährigen Krieg zerstört wurde, wird es zu Beginn des 18. Jahrhunderts in seiner heutigen Gestalt wieder aufgebaut. Zwischen 1817 und 1852 war Schönbrunn Jagdschloss der Leuchtenbergs für deren alljährliche Jagden im Köschinger Forst. Dann kaufte es Johann Georg von Löwel, Kgl. Bayerischer Rat und Landrichter von Kulmbach. 1900 ging der Besitz an seinen Enkel, Eugen Freiherr von Seefried auf Buttenheim und 1945 auf dessen Tochter Elisabeth Gräfin von der Schulenburg über. Derzeitiger Besitzer des Schlosses ist deren Sohn Maximilian Graf von der Schulenburg.

 

Das Schloss befindet sich in Privatbesitz. Nach Anmeldung sind Schloss, Kapelle und Garten mit all ihren Sehenswürdigkeiten, sowie ein 14 m hoher spätbarocker Wasserturm zu besichtigen.

 

Die Einwohnerentwicklung stellt sich wie folgt dar:

 

 

Ortsteil um 1800 um 1900 1993 1998 2001 2002 2004 2010
Denkendorf/Altenberg 295 530 1870 2082 2117 2144 2101 2176
Zandt 273 476 719 764 809 833 792 766
Dörndorf 250 300 511 508 584 578 558 548
Bitz 168 196 210 179 186 195 177 159
Gelbelsee 228 302 461 483 492 505 502 452
Schönbrunn 107 162 175 240 290 295 310 301
Gesamt: 1321 1966 3946 4256 4478 4550 4490 4402