Eichenprozessionsspinner - Gefahr für Wald und Mensch

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Eichenprozessionsspinner - Gefahr für Wald und Mensch

Im Bereich der Via Raetica in Richtung Zandt haben Spaziergänger Nester von Eichenprozessionsspinnern gefunden. Betroffen ist laut einer Mitteilung der Gemeinde der Bereich des Waldstücks vom Gewerbegebietskreisel am Limes entlang in Richtung Zandt. Aufgrund des vermehrten Aufkommens des Eichenprozessionsspinners im Landkreis Eichstätt, insbesondere in den Gemeindebereichen Denkendorf, Kinding, Beilngries, Schernfeld, Walting, Pollenfeld, Buxheim und Pförring, haben die Sachgebiete Öffentliche Sicherheit und Ordnung und Gesundheitsverwaltung am Landratsamt Eichstätt nun eine Reihe von Hinweisen an die Bevölkerung herausgegeben.


Es werden seitens des gemeindlichen Bauhofs derzeit Warn- Hinweistafeln angebracht, die vor den gefährlichen Raupen warnen. Nach Auskunft von Jürgen Nerb vom Eichstätter Landratsamt dürfte nach derzeitigem Stand der Dinge die Warnhinweisschilder als Information für die Bevölkerung reichen. Sollte sich der Befall massiv ausbreiten, so sei ein Absaugen über eine Fachfirma nötig. Bürgermeisterin Claudia Forster bittet die Bevölkerung, die befallenen Bereiche zu meiden und eventuell weitere Nester in der Gemeindeflur der Gemeindeverwaltung zu melden

 

Der Eichenprozessionsspinner kommt an allen Eichen-Arten vor. Von den Raupen befallen sind meist frei stehende, ältere Bäume am Waldrand, auf Feldern oder Wiesen. Vermehrt ist auch das Auftreten an den Rad- und Wanderwegen festzustellen. Zu erkennen sind derzeit die mit Raupen und Larvenhäuten gefüllten Gespinstnester am Stamm und in Astgabelungen. Die Raupenhaare stellen bei Körperkontakt eine akute gesundheitliche Gefährdung für den Menschen dar. Die sehr feinen Brennhaare können leicht brechen und dabei im Unterholz und im Bodenbewuchs vorhanden sein.

 

Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Oft bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.



Das Landratsamt Eichstätt rät deshalb zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen bei einem festgestellten Befall:

 

  • Grundsätzlich die Befallstelle meiden

 

  • Raupen und Gespinste nicht berühren

 

  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren

 

  • Empfindliche Hauptbereiche (zum Beispiel Nacken, Hals, Unterarme) schützen

 

  • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind

 

  • Bei Auftreten von allergischen Symptomen den behandelnden Arzt oder Hautarzt aufsuchen

 

  • Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen.´

 

Mehr im

Merkblatt

 

oder  unter  

http://www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/066204/index.php

 

 

  

Foto: Martin Forster (links) und Josef Grillhösl vom gemeindlichen Bauhof Denkendorf bringen Hinweisschilder entlang des Limes (im Bild) und der Via Raetica in Richtung Zandt an.

05.07.2017